Gertrud Marx (SPD-Fraktion): „Flexible Kita-Öffnungszeiten beseitigen nicht die Kinderarmut“

13.10.17
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„Durch ständige Wiederholung werden Behauptungen nicht richtiger“, mahnte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gertrud Marx angesichts der jüngsten Äußerungen zum Sozialbericht 2016 aus der Tansania-Koalition. „Flexible Öffnungszeiten der städtischen Kitas beseitigen nicht die Kinderarmut“, so die Sozialdemokratin.

In Reaktion auf den Sozialbericht war in einer Pressemitteilung die angeblich passgenaue Kinderbetreuung gelobt worden. Belegt werden sollte dies anhand der Einführung flexibler Öffnungszeiten von 6.00 bis 22.00 Uhr in der Hafen- und MAN-Kita. Besorgt zeigt sich die Stadtverordnete: „Wer genug Vorstellungskraft besitzt, muss nicht lange überlegen, was es für Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren bedeutet, morgens um 5.00 Uhr aus dem häuslichen Bett genommen zu werden, um zum Frühdienst in der Kita zu sein – oder nach 22.00 Uhr aus dem Schlaf gerissen zu  werden, um von der Kita nachhause transportiert zu werden.“

 Man brauche daher machbare Alternativen, die sowohl den Bedürfnissen der Kinder als auch denen der arbeitenden Eltern am ehesten gerecht werden. „Eine dieser Alternativen war in Offenbach das Betreuungsmodell ‚Potzblitz‘, welches inzwischen eingestellt wurde“, berichtet die Sozialpolitikerin. Hier wurden Kinder in den frühen Morgenstunden und in den späten Abendstunden zu Hause von Betreuern versorgt. Marx: „Anstatt die Kita-Betreuungszeiten maximal auszudehnen, wäre es sinnvoller, ‚Potzblitz‘ wiederzubeleben“.  

 Denn neben den offensichtlichen Nachteilen für die Kinder sei das Problem der Kinderarmut mit verlängerten Kita-Öffnungszeiten nicht behoben. Marx: „Anstatt die von den Eltern und vor allem von alleinerziehenden Müttern geforderte Flexibilität unhinterfragt zu lassen, sollte man dort ansetzen. Diese Frauen brauchen Arbeitsplätze, die ihnen den Rhythmus für die Betreuung und Versorgung ihrer Kinder nicht aufzwingen. Arbeitgeber, die flexibel genug sind, um eben diesen Müttern auch Arbeitszeiten anzubieten, die nicht in frühen Morgen- oder späten Abendstunden liegen.“

 Zudem herrsche schon heute ein Mangel an pädagogischen Fachkräften in den Offenbacher Kitas für die Kernarbeitszeiten, umso schwerer werde die Akquise für die nun eingeführten Randzeiten. „Bevor wir uns mit neuen Modellen für Öffnungszeiten befassen, sollten wir die aktuellen Betreuungszeiten und eine gute Personalbesetzung der Kitas garantieren“, fordert die Sozialdemokratin abschließend.

gez. Gertrud Marx

f.d.R. Alan Marx

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