Heike Habermann (SPD-Fraktion): „Offenbachs Schülerschaft beim Schülerticket nicht abhängen“

17.10.17
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„Mobilitätsgewinn darf keine Mobilitätsverlierer erzeugen“, mahnt die Stadtverordnete Heike Habermann angesichts der Praxis zur Rückerstattung der Kosten für die sogenannten ‚Schülertickets‘ durch die hessische Landesregierung. „Da mit dem Schülerticket auch erstmals die Mobilität in der Freizeit gefördert wird, müssen auch die Kriterien zum Anspruch auf Kostenerstattung angepasst werden. Andernfalls wird der Wohnort zum Urteilsspruch über die Freizeitgestaltung“, fügt Habermann hinzu.

Seit diesem Schuljahr können unter anderem Schülerinnen und Schüler mit einem Ticket für 365€ im Jahr in ganz Hessen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Im Hinblick auf meist noch kostspieligere Einzelfahrkarten wurde so ein Angebot geschaffen, das die Mobilität vor allem in der Freizeit erweitern soll. Hauptsächlich für jene Schülerinnen und Schüler, die auch bisher ein Anspruch auf Kostenerstattung der Schülerjahreskarten hatten, stellt dies einen enormen Vorteil dar.

 Die SPD-Fraktion begrüßt das Angebot, blickt jedoch mit Sorge auf diejenigen, die vom Mobilitätsgewinn ausgeschlossen werden. So können nach jetzigem Stand nur Beförderungskosten für jene Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 bis 10 erstattet werden, die entweder mehr als 3 km von der nächsten weiterführenden Schule entfernt wohnen oder einen besonders gefährlichen Schulweg haben. „Aufgrund der erfreulichen Dichte an weiterführenden Schulen in Offenbach wohnen jedoch die meisten Schülerinnen und Schüler innerhalb des gezogenen Radius“, berichtet die Sozialdemokratin.

 Habermann weiter: „Wenn das Schülerticket, wie es aus Wiesbaden zu hören ist, als ‚Antwort auf die Lebenswelt und das Mobilitätsverhalten junger Menschen‘ gedacht ist, dann drängt sich in Offenbach die Frage nach der Gleichbehandlung auf. Denn die Selbstständigkeit und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, die sich junge Menschen hier durch Mobilität abseits des Schulwegs aneignen sollen, werden einer Vielzahl von Offenbachs Schülerinnen und Schülern durch die geltenden Regelungen zur Rückerstattung der Schülerbeförderungskosten vorenthalten. Es ist nicht zu rechtfertigen, dass innerhalb einer Schulklasse die einen den ÖPNV landesweit kostenfrei nutzen können, während den anderen dieses Privileg nur aufgrund ihres Wohnortes verwehrt bleibt. Die kostenpflichtige Alternative höre sich mit einem Euro pro Tag für manche vielleicht nach wenig an, doch aufs Jahr gesehen stelle dies eine zusätzliche und für viele Familien nicht tragbare Belastung dar.“

 Um diesem Missstand zu begegnen, müssen die Kosten für das Schülerticket für alle Schüler der Jahrgangsstufe 5 bis 10 vom Land Hessen erstattet und gegebenenfalls auch das Schulgesetz entsprechend geändert werden. Die SPD-Fraktion bringt hierzu in der nächsten Stadtverordnetenversammlung einen Antrag ein, der den Magistrat dazu bewegen soll, sich in Wiesbaden für die Belange von Offenbachs Schülerinnen und Schülern einzusetzen. „Wir hoffen, dass diese Ungleichbehandlung aufhört und auch junge Menschen in Offenbach am Mobilitätsgewinn teilhaben können“, so Habermann abschließend.

gez. Heike Habermann

f.d.R. Alan Marx

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