Parkplatzsuche erleichtern – Sauberkeit verbessern: Offenbach braucht einen Plan für die Datenrevolution

01.09.17
Felix Schwenke

„Der digitale Wandel wird das gesellschaftliche Leben im nächsten Jahrzehnt radikal verändern. Diese Veränderungen abzuwarten genügt nicht, wir müssen sie aktiv gestalten. Als Oberbürgermeister werde ich“, so Dr. Felix Schwenke, der sich am 10. September zur Wahl stellt, „ein Strategiekonzept für eine „Smart City Offenbach“ erarbeiten lassen. Denn die Nutzung der neuen Technologien bietet Möglichkeiten, den Alltag der Menschen zu erleichtern, Innovationen zu fördern und die Umwelt zu schützen“.

Bedarf für ein digitales Strategiekonzept sieht Schwenke vor allem in den Bereichen Verkehrslenkung, Bürgerservice im Rathaus, Bildung, Optimierung der städtischen Infrastruktur und Bürgerbeteiligung. Das Strategiekonzept „Smart City Offenbach“ soll wie beim Masterplan in einer Kombination von Experten und Bürgerbeteiligung erstellt werden. „Das Verfahren hat sich bewährt“ ist Schwenke überzeugt.

Im Bereich Verkehr ist die Parkplatzsuche ein wichtiger Punkt. „Eine App kann Autos zum jeweils nächsten freien Parkplatz führen, und zwar nicht nur in Parkhäusern, sondern auch zu freien Parkplätzen im öffentlichen Straßenraum.“ erläutert Schwenke seine Zielvorstellung. Mit diesem so genannten „smart parking“ lässt sich der Suchverkehr enorm verringern. Experten schätzen, dass so der Kraftstoffverbrauch um über 40 Prozent gesenkt werden kann. Die App muss außerdem die Möglichkeit bieten, die Parkgebühren per Chipkarte oder Handy zu zahlen. Im Juni hatte auch die Stadt Darmstadt angekündigt, ebenfalls in diese Richtung gehen zu wollen.

Eine intelligente Verkehrssteuerung, die die aktuelle Situation in Echtzeit simulieren kann, helfe, so Schwenke, beispielsweise Staus zu vermeiden und vermindere so die Luftverschmutzung. Ampeln können sich mit Hilfe einer intelligenten Schaltung flexibel und automatisiert an die jeweilige Verkehrssituation anpassen.

Auch im Bereich Sauberkeit bietet moderne Technologie Chancen: Sensoren können, so Schwenke, melden automatisch, wenn ein Papierkorb voll ist. So lassen sich die Touren des ESO optimieren. Damit können bereits heute in Offenbach existierende Systeme wie der Mängelmelder sinnvoll ergänzt werden.

Sensoren könnten künftig auch die LED-Leuchten steuern. Eine intelligente, bedarfsorientierte Steuerung kann die Energiekosten für die Straßenbeleuchtung und den damit verbundenen CO2-Ausstoß um die Hälfte verringern und gleichzeitig das Sicherheitsgefühl in der Nacht erhöhen.

Im Bereich Bürgerservice hofft Schwenke auf Fortschritte, mit denen perspektivisch nur noch wenige Gänge „zum Amt“ ins Rathaus nötig wären. Mit einem digitalen Bürgerkonto ließen sich Behördengänge schnell und bequem von zu Hause aus erledigen, auch in den Abendstunden. Egal ob es um die Anmeldung für einen Kindergartenplatz geht oder um die Zahlungen von Steuern und Gebühren.

Wichtig ist auch die digitale Bearbeitung von Bauanträgen. Bauherrn oder Architekten hätten so die Möglichkeit, den Stand des Verfahrens in Echtzeit zu verfolgen. Im Bereich Wirtschaftsförderung kann ein online-Katraster bebaubarer Grundstücke Investoren über Zulässigkeit von Bebauung, Infrastruktur und Umweltauflagen informieren.

Im Bereich Bürgerbeteiligung können nicht vertrauliche Daten ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Köln stellt seinen Einwohnerinnen und Einwohnern eine open-data Plattform zur Verfügung mit Angaben zu Verkehrsströmen oder Kennziffern zur Umweltsituation. Eine solche Plattform erleichtere Partizipation und Bürgerbeteiligung beispielsweise bei der Aufstellung von Bebauungsplänen oder der Planung von Infrastruktur.

Potenzial für einen optimierten Personaleinsatz sieht Schwenke im Rathaus, wenn alle Möglichkeiten der digitalen Bearbeitung von Verwaltungsvorgängen ausgeschöpft werden. „Kein städtischer Mitarbeiter muss Angst vor der Digitalisierung haben, wir werden die Mitarbeiter aber zielgerichteter einsetzen können, wie z.B. für schnelle Baugenehmigungen, kürzere Wartezeiten auf Termine im Bürgerbüro und mehr Erzieherinnen und Erzieher.“

„Offenbach hat mit dem Zugang zum schnellen Internetknoten bei Fechenheim ideale Voraussetzungen für eine „Smart-City“. Ich wünsche mir, dass sich die Bürgerinnen und Bürger hier überall in ein Wlan-Netz einloggen können. Solche zugänglichen Netze brauchen wir in allen öffentlichen städtischen Gebäuden.

„Für allen technischen Fortschritt ist mir aber wichtig: Der Mensch muss weiter im Mittelpunkt stehen. Ich will keine neue Technologien um jeden Preis, sondern an den Stellen, die den Bürgern im täglichen Miteinander helfen, das Leben erleichtern und Sicherheit bringen. Das Rathaus muss am Ende auch noch für Menschen ohne Internet erreichbar sein. Nur mit diesem Zusatz profitiert am Ende die ganze Stadt“. so Schwenke abschließend.

Dr. Felix Schwenke
OB-Kandidat

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