„Wir müssen an den Kern des Problems: Warum haben wir zu wenige Erzieherinnen und Erzieher?“

30.01.18
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„Als die Tansania-Koalition im Mai 2017 das Angebot einer 18-Stunden-Kita in Offenbach beschloss, haben wir auf den enormen Erziehermangel hingewiesen “ erinnert sich die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gertrud Marx. Sie wundert sich daher nicht über das vorzeitige Scheitern einer solchen Kita im Hafen. „Warum auch die fachlichen Bedenken des Jugendamtes bei der Antragsstellung von der Tansania-Koalition nicht berücksichtigt wurden, war mir damals schon ein Rätsel“, ärgert sich Marx. 

 „Für die bessere Betreuung an den Kitas müssen wir an den Kern des Problems heran: Warum wollen immer weniger Menschen Erzieherinnen und Erzieher werden und warum ist besonders in Offenbach die Lage so angespannt?“ fragt sich die Sozialdemokratin.

Sie hält die schlechte Bezahlung und die mangelnden flexiblen Arbeitszeiten für Erzieherinnen und Erzieher nur für einen Teil des Problems. „Ich glaube, dass besonders auch die zu hohen Gruppengrößen die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erschweren und sie unattraktiv macht.“ Die großen Gruppengrößen würden durch das Kinderförderungsgesetz (KiföG) der schwarz-grünen Landesregierung begünstigt. „An dem Gesetz muss sich endlich etwas ändern“ so Marx.

Des Weiteren seien in Offenbach in der Vergangenheit zu vielen Erzieherinnen und Erziehern nur ein befristeter Vertrag angeboten worden. „Da würde ich auch ein Angebot in einer anderen Stadt annehmen“ so Marx.

„Wenn wir bessere Arbeitsbedingungen für unsere Erzieherinnen und Erzieher geschaffen haben, können wir für Weitere werben. Und das sollten wir intensiver als bisher tätigen. Es ist schade, dass in Offenbacher Bussen Stellenanzeigen für Frankfurter Kitas aushängen, nicht aber für Offenbacher. Frankfurt wirbt sogar per Plakaten im öffentlichen Raum ihrer Stadt für Mitarbeiter im Kita-Bereich, warum machen wir das nicht?“ fragt sich die Sozialpolitikerin.

Auch sieht sie sich wiederholt durch Expertinnen bestätigt, dass zu wenig auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen werde, wenn sie aus dem Schlaf gerissen werden, um schon in den sehr frühen Morgenstunden oder sehr späten Abendstunden zur Kita gebracht oder abgeholt zu werden. „Die Eltern wissen das und haben auch deshalb das Angebot der geplanten Modell-Kita nicht angefragt“ ist sie sich sicher.

Die SPD-Fraktion möchte der Nachfrage nach erweiterten Kinderbetreuungszeiten deshalb anders gerecht werden: Sie schlägt wiederholt vor, das „Modell Potzblitz“ neu aufzulegen. Hier würde eine Betreuungsperson in den sehr frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden für die Kinder in ihrem Zuhause da sein. „Sie würde die Kinder beim Aufstehen oder ins Bett gehen betreuen und sie zur Kita oder Schule bringen oder eben abholen“, erklärt Marx.   

„Ich denke, diese Alternative würde sowohl den Bedürfnissen der Kinder als auch denen der arbeitenden Eltern am ehesten gerecht“, so die Sozialdemokratin abschließend.

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Heike Habermann
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