28.02.2010

250 Offenbacher zeigen deutlich: „Die NPD ist in Offenbach nicht erwünscht“

Anders als im Dezember 2007 war an diesem Wochenende unklar, ob Offenbach unmittelbar gegen den Missbrauch seines Stadtgebietes durch NPDler verteidigt werden muss. Dennoch haben sich an den beiden Kundgebungen am Aliceplatz und vor der Tankstelle auf der Sprendlinger Landstraße sowie dem Demonstrationszug rund 250 Offenbacherinnen und Offenbacher beteiligt, wie eine Zählung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Demonstrationszuges ergab


Ursprünglich aufgerufen zur Demo hatten das Bündnis Courage, der DGB Region Südosthessen, ver.di - Region Offenbach, Frank Albrecht, die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten), Bündnis90/Die Grünen Offenbach, Die Linke Stadt und Kreis Offenbach, die SPD Offenbach, die Junge Union, die Jungen Liberalen, die Jusos und der GEW Kreisverband Offenbach-Stadt. Zusätzlich dabei waren dann auch weitere Organisationen, wie etwa die Naturfreunde, sowie zahlreiche Stadtverordnete verschiedener Parteien und die lokalen SPD-Bundestags- und Land-tagsabgeordneten. Bei der Auftaktkundgebung am Aliceplatz unterstrichen die Rednerinnen und Redner, dass für die NPD in Offenbach kein Platz ist. Für das friedliche Miteinander sei gegenseitige Toleranz sehr wichtig. Mit dem Wertbekenntnis „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ zog der Demonstrationszug von der Frankfurter Straße durch den Dreieichpark zur Sprendlinger Landstraße, um an der Shell-Tankstelle die Abschlusskundgebung zu halten. Dort wurde betont, dass Meinungsfreiheit nicht Wertfreiheit bedeutet: Wer Menschen sortiert mit dem Ziel, einzelnen Gruppen das Lebensrecht abzustreiten, und dies beispielsweise durch das Leugnen des Holocausts oder das Verherrlichen des Nazi-Regimes unterstreicht, der verletzt das zentrale Wertbekenntnis unserer Gesellschaft: Die Würde jedes einzelnen Menschen. Insofern ist diese Ansicht nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt. An dem angekündigten Schleusungspunkt der NPD war bis zum Nachmittag außer zwei vorbeifahrenden Autos mit rechtsradikalen Insassen und einem gegenüber der Tankstelle geparkten „Beobachtungsposten“ weit und breit nichts von den Nazis zu sehen. Der Beobachtungsposten verließ gegen 14.30 Uhr seinen Platz. Erneut konnte Offenbach damit nicht als Terrain von der NPD genutzt werden. Das gemeinsame Anpacken aller demokratischen Kräfte hat auch ohne direktes Aufeinandertreffen der NPD mit den Demokratinnen und Demokraten dieses deutliche Signal ermöglicht: In Offenbach stehen die Bürgerinnen und Bürger zur Verteidigung des öffentlichen Raumes gegen die Feindinnen und Feinde der Freiheit zusammen.
Für die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Ordnungsamt bedanken sich die Organisatorinnen und Organisatoren ausdrücklich.

Mit freundlichen Grüßen, stellvertretend für die weiteren Aufrufer:

Anna Kristina Tanev, Martin Wilhelm (Jusos)
Nadine Stockmann, Felix Schwenke (SPD)
Dominik Schwagereit (JuLis)
Emma Gros (Ver.di)
Peter K. Hammerich (Bündnis Courage)
Alexander Knöß (Bündnis 90/Die Grünen)


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