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Bildung ist mehr als Schule

Wir brauchen gute Bildungsangebote, um die Chancen von Kindern und Jugendlichen auf einen qualifizierten Schulabschluss und eine berufliche Perspektive zu erhöhen. Die Erkenntnisse der PISA-Studien über die hohe Abhängigkeit des Bildungserfolgs von Kindern von ihrer sozialen Herkunft sind gerade in unserer Stadt eine Herausforderung für die Bildungspolitik.

In Offenbach wird auch in den kommenden Jahrzehnten die Zahl der Kinder nicht sinken. Umso wichtiger ist, dass wir ihnen gute Schulen anbieten und Bildung auch im Kindergartenbereich verbessern. Gute Bildungsangebote sind nicht nur für die junge Generation wichtig, sie sind auch ein wichtiger Standortfaktor für die Entwicklung unserer Stadt. Unternehmen achten bei ihrer Entscheidung für einen Standort zunehmend auf die Qualität vorhandener Bildungs- und Betreuungsangebote. Junge Familien richten sich mit ihrer Wohnungswahl auch nach den Perspektiven, die ihren Kindern geboten werden.

Frühkindliche Bildung

Die Grundlagen für einen erfolgreichen Bildungsabschluss werden bereits im Kleinkindalter gelegt. Daher werden wir das Betreuungsangebot für Kinder unter 3 Jahren verbessern.

Mit der Errichtung der Kindertagesstätte 4 neben der Mathildenschule haben wir in Offenbach eine zukunftsweisende Perspektive für Bildung im Kindergartenalter entwickelt. Die Bedeutung des Lernens im Vorschulalter ist längst nicht mehr umstritten. Mit dem neuen Konzept frühkindlichen Lernens an der Kita 4 beschreitet Offenbach einen Weg, der beispielgebend für unsere Kindertagesstätten sein soll. Zusammen mit der Mathildenschule werden neue Formen des Lernens und eine verbindliche Kooperation zwischen Kita und Grundschule eingeübt. Dies führt nach ersten Erkenntnissen zu enormen Leistungssteigerungen bei den beteiligten Schülerinnen und Schülern. Das Kooperationsmodell zeigt ferner, dass diese Zusammenarbeit auch räumlich zum Ausdruck kommen muss. Wir wollen dieses Modell auf weitere Kitas und Grundschulen ausdehnen. Auch die Sprachförderung in unseren Kindertagesstätten wird weiter gefördert.

Schulische Bildung

Offenbach braucht weitere Ganztagsschulen. Denn in Ganztagsschulen ist es besser möglich, die Kinder ihrer Entwicklung entsprechend zu fördern und ihnen zusätzliche Angebote zum Lernen aber auch zur Freizeitgestaltung zu machen. Zum Lernen braucht man Zeit - mit neuen Ganztagsschulen haben die Kinder die notwendige Zeit, um ihre Begabungen besser zu entwickeln. Wir werden diese Entwicklung auch zukünftig fördern. Priorität bei der Einrichtung von Ganztagesangeboten haben die Grundschulen. Von Seiten des Landes erwarten wir noch mehr Unterstützung bei der Versorgung unserer Schulen mit den notwendigen Personalstellen. Mit der Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und Jugendhilfe zur Förderung von Ganztagsschulangeboten sind wir auf einem erfolgreichen, in Hessen beispielhaften Weg.

In integrierten Schulen gelingt es besser, Kinder zu einem guten Bildungsabschluss zu führen. Aber wir haben noch nicht genügend Schulangebote, die diesen Weg beschreiten können. Jedes Jahr müssen fast 100 Kinder abgewiesen werden, deren Eltern sie auf eine Gesamtschule schicken wollen. Deshalb wollen wir weitere Gesamtschulen in Offenbach und unterstützen die Geschwister-Scholl-Schule bei ihrem Umwandlungsantrag.

Zunehmend wird nicht der Weg über die verkürzte Mittelstufe eines Gymnasiums der einzige Weg zur Hochschulreife sein. Für geeignete Real- und Berufsfachschüler, sowie für die Schülerinnen und Schüler der nunmehr zwei integrierten Gesamtschulen, muss in Offenbach ein eigenständigesAngebot - neben dem Besuch der Oberstufe eines klassischen Gymnasiums - gemacht werden. Daher werden wir prüfen, ob in unserer Stadt ein Oberstufengymnasium unter Einbeziehung der beruflichen Gymnasien einzurichten ist, das zur Hochschul- bzw. Fachhochschulreife führt.

Offenbacher Berufsbildungszertifikat

In Offenbach verlassen zu viele Jugendliche die Schule ohne jeden Abschluss. Wir wollen die Zahl der Schulversager und -abbrecher massiv senken. Möglichst viele Schülerinnen und Schüler sollen einen qualifizierten Schulabschluss erwerben.

Für Jugendliche ohne Ausbildung bzw. Hauptschulabschluss ist der Übergang ins Berufsleben besonders schwierig. Deshalb wollen wir die problematische Ausbildungssituation für 16 bis 18jährige mit den Verantwortlichen der Wirtschaft, des Handwerks, der IHK und den Gewerkschaften diskutieren. An Runden Tischen sollen Lösungswege gefunden und ausgestaltet werden, die den Jugendlichen konkrete Perspektiven aufzeigen.

In Offenbach sollte kein Jugendlicher bis zum 18. Lebensjahr ohne begleitende Maßnahme sein. Gerade dieser Gruppe kann eine nachhaltige Qualifizierungsphase verbindlich angeboten werden. Zusammen mit den unterschiedlichsten Ausbildungsinitiativen, der MainArbeit, der Agentur für Arbeit und der IHK sollte ein bis zu dreijähriges Ausbildungskonzept entwickelt werden. Dabei kann das bisher erfolgreiche Modell der Produktionsschulen prägend wirksam werden. Dieses Ausbildungsprogramm können Jugendliche nur dann verlassen, wenn sie eine feste Lehrstelle antreten.

Das erfolgreiche Absolvieren des Offenbacher Berufsfindungsprogramms kann mit einem entsprechenden Offenbacher Berufsbildungszertifikat bescheinigt werden. So kann verhindert werden, dass Jugendliche abrutschen, von der Gesellschaft nicht gefragt, aber von problematischen Randgruppen benutzt werden.

Investition Schule

Als Großstadt wollen wir ein guter Berufsschulstandort mit einem breiten Angebot bleiben. Inhaltliche Schwerpunkte können im Einklang mit der weiteren Stadtentwicklung neben den klassischen kaufmännischen Berufen in den Bereichen Medien, Gesundheit, Design und Gestaltung liegen. Die mangelhafte Raumsituation an den Berufsschulen muss endlich behoben werden. Der Erweiterungsbau für die Berufsschulen auf dem Buchhügel muss realisiert werden.

Wir wollen die wohnortnahe Schule fördern. In jedem Stadtteil soll eine Kooperation zwischen den verschiedenen Bildungseinrichtungen, von der Kita bis zur Berufsschule und den Angeboten der Weiterbildung angestrebt werden.

Besser Lernen funktioniert nur in funktionsfähigen, gut ausgestatteten Schulen. Die PC-Ausstattung der Schulen ist in den letzten Jahren deutlich verbessert worden. Diesen Standard wollen wir auch in Zukunft halten. Trotz angespannter Haushaltslage haben wir in den vergangenen Jahren ca. 5 Millionen Euro pro Jahr in den Haushalt eingesetzt, um unsere Schulen zukunftsfähig zu machen. Doch der anhaltende Sanierungsbedarf erfordert, über neue Möglichkeiten nachzudenken. Um schneller zu Bildungseinrichtungen zu kommen, die von Schülerinnen, Schülern und Eltern angenommen werden und helfen, ein besseres Lernklima und eine Identifikation mit der einzelnen Schule herzustellen werden wir über neue Wege der Schulbaufinanzierung nachdenken und neue Perspektiven entwickeln. Dies kann Public-Private-Partnership-Modellversuche beinhalten.

Weiterbildung

Lernen endet nicht nach der Pflichtschulzeit. Wir brauchen die Vielfalt unserer Berufsschulen und Weiterbildungsangebote, um adäquate Lernangebote für alle vorzuhalten. Deshalb müssen die Bildungsangebote der Berufsschulen und der Träger von Weiterbildung gesichert und ausgebaut werden.Eine wichtige Rolle in einer Stadt wie Offenbach spielt die VHS für die Berufsqualifikation, für ein breit gefächertes Bildungsangebot und für eine anspruchsvolle Freizeitgestaltung. Der Umzug in das neue funktionsgerechte und attraktive Gebäude in zentraler Lage, hat ihrer Entwicklung enormen Auftrieb gegeben. Um die Gebühren für die Teilnahme in zumutbaren Grenzen zu halten, darf trotz der bekannten Haushaltslage die finanzielle Unterstützung der Stadt nicht gemindert werden.

Die kommunale Weiterbildungsberatung ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die sich beruflich weiter entwickeln wollen. Sie wird weitergeführt und gestärkt. Das Selbstlernzentrum ist ein Beispiel für innovative Bildungsangebote, das wir erhalten und weiter entwickeln wollen.

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